LaTeX unter Windows 7 installieren – ein komplettes Setup


LATEX zu benutzen ist das eine, dafür gibt es hervorragende Einführungen. Was benötigen Sie für die Installation eines LATEX-Systems unter Windows? Was mache ich mit MiKTEX, wozu brauche ich Ghostscript, was ist TeXmaker, und warum schwören viele auf Emacs und vor allem wie paßt alles zusammen?

Diese Anleitung soll die Suche ersparen und zeigt Schritt für Schritt, was Sie alles brauchen und wie Sie die einzelnen Komponenten einrichten.

Ich freue mich über Anregungen und Hinweise auf eventuelle Fehler. Bitte geben Sie bei Rückmeldungen per Mail die Versionsnummer mit an:
Revision: 1643 Date: 2012-05-09 08:20:17 +0100 (We, 09 May 2012)

Danke an meine aufmerksamen Leser für viele Anmerkungen und Korrekturen.

Dieses korrekten Adressen für dieses Dokument sind:

Die englische Fassung ist verfügbar unter http://www.latexbuch.de/install-latex-windows-7/

Inhaltsverzeichnis

1 LATEX einrichten kann jeder

LATEX ist ein Programm und eine Art der Dokumentbeschreibung. LATEX ermöglicht, wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen ebenso wie hervorragende Briefe, Präsentationen und vieles mehr.

Diejenigen, die bisher nicht mit freier Software gearbeitet haben, erscheint es anfangs befremdlich, selbst verschiedene Komponenten zu einem System zu integrieren, so daß sich manche nicht so einfach hintrauen. Deswegen stelle ich hier meine Umgebung vor, mit der ich aus LATEX sowohl Postscript und PDF als auch HTML erzeuge.

Dies ist keine Einführung in LATEX. Zum Einstieg bis hin zum kompletten Ergebnis empfehle ich mein Buch [17]. Lesenswert ist auch die De-TeX-FAQ[14], zu beziehen vom Dante-Server 1, außerdem l2tabu, das veraltete Befehle und Pakete und ihre Alternativen aufzeigt.

Wer mit der Installation trotz der Anleitung nicht zurecht kommt oder eine sonstige Frage zum Thema LATEX hat, der suche zunächst im Web und in der FAQ, bevor er gleich mir persönlich schreibt. Ein deutschsprachiges Forum finden Sie auf http://www.golatex.de.

Diese Anleitung ist anwendbar für Windows 7, Vista und XP. Sie ersetzt nicht die Originaldokumentationen der einzelnen Programme und Bausteine2. Bei Die Anleitung bezieht sich ausschließlich auf die hier angegebenen Programme. So sind z. B. die Abschnitte über Emacs nicht ohne weiteres auf XEmacs übertragbar. Neuere Versionen der Programme funktionieren in der Regel genauso (ohne Gewähr).

2 Was brauchen Sie überhaupt?

Um vernünftig arbeiten zu können, benötigen Sie neben der eigentlichen TEX Distribution weitere Komponenten.

LATEX Distribution: MiKTEX Die LATEX-Distribution ist der Kern des Systems. Sie beinhaltet die wichtigsten Programme, die zum Erzeugen von DVI, Postscript und PDF notwendig sind, außerdem alle Zusatzpakete, die erweiterte Möglichkeiten wie z. B. Musiksatz, Standardlayouts für verschiedene Organisationen, Layoutbesonderheiten, Schriften u. ä. bieten.

Die Distribution ist nur dafür verantwortlich, aus dem Eingabetext das fertige Dokument zu generieren. Im Editor schreiben Sie ihren Text. Ich verwende MiKTEX 2.8. Diese Distribution ist meines Erachtens nach sehr einfach zu installieren, funktioniert prächtig und wird gut gepflegt.

Editor: Texmaker Damit der LATEX-Einstieg nicht zu schwer fällt, empfehle ich abweichend von meiner Konfiguration Texmaker als Editor. Auf die Installation des ebenfalls sehr beliebten TeXlipse, einem Plugin für Eclipse, gehe ich nicht ein. Jeder, der ohnehin schon Eclipse nutzt, weiß, wie man Pakete nachinstalliert.

Texmaker ist für mausorientierte Benutzer ideal. Er bietet neben grafischen Menüs für die meisten mathematischen Symbole und anderen wichtigen Befehle auch während des Tippens von Befehlen mögliche Vervollständigungen als sogenannte »Tooltips«. Gerade für den Neuling eignet sich Texmaker. Später können Sie dann auf Emacs umsteigen.

Natürlich läßt Texmaker einiges missen, das ich bei Emacs schätze, wie z. B. eine Numerierung in der Gliederungsansicht oder eine leistungsfähige Behandlung von Marken (Labels) und Literaturzitaten. Auch die integrierte Rechtschreibprüfung hat noch nicht die Qualität, wie sie Aspell für Emacs bieten.

Editor: Emacs + RefTeX + AUCTeX + Aspell Wenn Sie gerade frisch mit LATEX anfangen und von meinem LATEX-Buch hergeschickt wurden, dann überspringen Sie die Installation von Emacs bitte.

Wer unter Unix bereits mit LATEX gearbeitet hat, benutzt eventuell Emacs, eines der mächtigsten GNU Programme.

Ich habe mich wegen der Aufsätze AUCTeX und RefTeX für Emacs entschieden. AUCTeX bietet für alle häufig benutzten Konstrukte aus LATEX Tastaturkürzel an, die das Arbeiten erheblich beschleunigen. Zudem zeigt AUCTeX eine Voransicht von Grafiken, Tabellen und Formeln direkt im Editor. Somit wird das Beste aus den beiden Welten WYSIWYG und Offlinebearbeitung vereint[10]. RefTeX läßt Sie beim Einfügen von Querverweisen aus einer Liste aller verfügbaren auswählen und hilft beim Erstellen der entsprechenden Marken. Auch das Einfügen von Literaturzitaten geht mit RefTeX schnell und einfach. Lesen Sie die Einführungen zu Emacs und AUCTeX und holen Sie sich die Emacs Referenzkarte. Der anfängliche Lernaufwand lohnt sich und wird doch bald mehr als aufgewogen durch schnelles, effizientes Arbeiten.

Auch eine Rechtschreibprüfung namens Aspell haben Sie in Emacs.

Grafiken in Postscript mit Ghostscript Postscript ist in der Unix-Welt das Austauschformat für Vektorgrafiken. So ist es auch unter LATEX am besten, Grafiken als (Encapsulated) Postscript (PS/EPS) einzubinden.

Aus allen Windowsanwendungen mit ihren Dateiformaten wie z. B. existierende Word- oder PowerPoint-Zeichnungen, Bitmaps oder Vektorformaten wie Visio läßt sich Postscript erzeugen, selbst wenn die jeweilige Anwendung dies nicht direkt unterstützt. Möglich wird dies durch Drucken in eine Datei über einen Postscript Druckertreiber.

Um später vorliegende Postscriptdateien anzusehen und kleinere Veränderungen vorzunehmen, benötigen Sie Ghostscript mit seinem grafischen Frontend GSview.

HTML-Konvertierung: TeX4ht TeX4ht hat den Vorteil, daß es als Paket in der Distribution MiKTeX enthalten ist. Zur Benutzung siehe die Dokumentation in <texmf>/doc/html/tex4ht. TeX4ht benötigt zur Grafikkonvertierung das Programm ImageMagick.

Übersicht und Lizenzierung Die angegebenen Paketgrößen beziehen sich auf das Downloadvolumen, nicht auf den für die Installation benötigten Platz.

Alle in dieser Anleitung genannten Programme und Pakete sind mindestens kostenlos, meist sogar freie Software3. Die Lizenzen sagen allesamt aus, daß die Verbreitung freigestellt ist. Die meisten erlauben zudem die Veränderung des Quellcodes, einige wenige verbieten wiederum den kommerziellen Verkauf.

Sie sind herzlich eingeladen, sich bei den einzelnen Projekten bei Gefallen auch finanziell erkenntlich zu zeigen. Wie das geht, steht jeweils auf den Webseiten der Projekte.

3 Installation und Konfiguration

Mein System läuft auf Windows 7. Einige Zugriffspfade zu bestimmten Systemeinstellungen können auf Ihrem System geringfügig von den beschriebenen abweichen. Zugriffspfade bezeichnen Startmenüeinträge, Schaltflächen und Menüeinträge mit den entsprechenden Namen.

Die Reihenfolge der einzelnen Schritte ist wegen Programmabhängigkeiten unbedingt einzuhalten. Verwenden Sie ein anderes Verzeichnis für ein Programm, müssen Sie dies in nachfolgenden Schritten berücksichtigen.

3.1 MiKTEX herunterladen und installieren

Laden Sie sich zunächst den Webinstaller von MikTeX Setup und rufen diesen auf. Nun müssen Sie entscheiden, ob Sie die Variante Basic oder Complete möchten. Wenn Sie breitbandig ans Internet angeschlossen sind, holen Sie sich am besten Complete, ansonsten eben die kleinere Fassung. Einzelne Pakete werden hier automatisch nachgeladen.

Die Installation selbst ist sehr simpel: Einfach allen Vorgaben folgen und so lange auf weiter klicken, bis Sie fertig sind. Da der Installer zwischen 90 und 920 Megabyte aus dem Internet herunterlädt, führen Sie dies bitte nur an einem schnellen Internetzugang durch und nicht über Mobilfunk.

Alle Programme können Sie dann direkt von der Kommandozeile aufrufen.

3.2 Grafikerstellung und -konvertiertung

Den Postscript Druckertreiber richten Sie unter Windows ein mit der Maus: Start → Geräte und Drucker → Drucker hinzufügen. Als erstes lokaler Drucker wählen und als Anschluß den FILE-Port, der richtige Treiber ist der Apple Color LaserWriter 12/600 (bis Windows Vista), bzw. der MS Publisher Color Printer (ab Windows 7, in der Herstellerliste »Generic«). Den Druckernamen auf »Postscript File« setzen.

Nach der Installation navigieren Sie mit der Maus nach Start → Geräte und Drucker → Postscript File → Drucker → Druckeinstellungen → Erweitert → Dokumentoptionen → Postscript-Optionen, um folgende Einstellungen vornehmen: Die Felder Postscript-Ausgabeoption auf »Optimale Portabilität« und TrueType-Downloadoption auf »Umriss« setzen. Deaktivieren Sie das ICM Color Matching, um Farbverfälschungen zu vermeiden.

Ab sofort kann jede Windowsanwendung Postscriptdateien erzeugen, indem Sie den neuen Drucker verwenden. Die erzeugte Datei – der Sie immer die Erweiterung .ps anstatt des vorgegebenen .prn geben sollten – können Sie nun in GSview betrachten und nach EPS wandeln.

Für die automatische Weiterverarbeitung installieren Sie Ghostscript for Windows (Download). Achten Sie darauf, die Version gs871w32.exe zu nehmen, da die neueren noch nicht zu AUCTeX passen. Beim Installieren gibt es nichts zu beachten (also »Weiter/Next« bis fertig). Da Sie vielleicht auch Postscriptdateien zur Kontrolle ansehen möchten, laden Sie GSview 4.9 Win32 (Download), das grafische Frontend zu Ghostscript und rufen den Installer auf. Hier können Sie bei der Installation das Verzeichnis ebenfalls auf C:\Programme(x86)\Ghostscript setzen, auch als Programmgruppe wählen Sie die gleiche wie bei Ghostscript.

Es ist überaus sinnvoll, Ghostscript dem Suchpfad hinzuzufügen. Also wiedereinmal in Start → Systemsteuerung → System und Sicherheit → System Erweiterte Systemeinstellungen → Erweitert → Umgebungsvariablen der Variable PATH das jeweilige Verzeichnis, z. B. C:\Programme(x86)\Ghostscript\gs8.71\bin, durch Semikolon abgetrennt hinzufügen. Wichtig: Keine Leerzeichen vor und nach Einträgen in der PATH-Variable!

Um sich auf die Dauer die Arbeit zu erleichtern, empfehle ich, einen »EPS-Drucker« einzurichten und zu verwenden, auch dafür habe ich eine kurze Anleitung im Internet verfaßt[16].

3.3 Texmaker einrichten

Texmaker ist rasch installiert: Wie bei MiKTEX einfach alle Vorgaben des Installers akzeptieren.

3.4 Emacs einrichten

Wenn Sie gerade frisch mit LATEX anfangen und von meinem LATEX-Buch hergeschickt wurden, dann überspringen Sie die Installation von Emacs bitte. LATEX lernen reicht für den Anfang.

Den kompletten Abschnitt über Emacs können Sie auch als Videotutorial ansehen.

Ein Mangel von Windows muß zunächst vor dem ersten Start behoben werden, nämlich die Nichtexistenz der Umgebungsvariablen HOME. Umgebungsvariablen erlauben es, programmunabhängig bestimmte Verzeichnisse oder allgemein Zeichenketten festzulegen, die dann von allen Programmen gelesen werden können. Dazu erstellen Sie in Start → Einstellungen → Systemsteuerung → System → Erweitert → Umgebungsvariablen. 4 einen neuen Eintrag mit Namen HOME und weisen diesem ein beliebiges Verzeichnis zu, in dem Sie alle individuellen Einstellungen speichern möchten. Der Name des Verzeichnisses sollte kein Leerzeichen enthalten. Legen Sie dieses Verzeichnis bitte selbst an.

Für alle Umgebungsvariablen gilt: Möchten Sie die Umgebungsvariablen nur für den aktuellen Benutzer anlegen, erstellen Sie sie in Benutzervariablen. Sollen sie für alle Benutzer gelten, werden sie in Systemvariablen angelegt.

Sie benötigen GNU Emacs for Windows (Download) sowie AUCTeX Windows Package (Download) als vorkompiliertes Paket. Entpacken Sie die Emacs-Archivdatei emacs-2x.x-bin-i386.zip in das Programmverzeichnis aus (auch Winzip kann das), so daß Sie dann ein Verzeichnis wie z. B. C:\Programme(x86)\emacs erhalten. In eben dieses Verzeichnis entpacken Sie auch das Archiv auctex-11.xx-e2x.x-msw.zip, wobei mindestens eine Datei überschrieben wird. Die meisten Entpacker fragen vorher nach.

Um Emacs bequemer aufrufen zu können, rufen Sie aus dem Unterverzeichnis bin das Installationsprogramm addpm.exe auf und bestätigen dessen Nachfrage. Dies erzeugt eine Verknüpfung im Windows-Startmenü.

Damit ist Emacs bereits installiert. Um die folgenden Konfigurationen leichter vornehmen zu können, dürfen Sie meine Emacs-Konfigurationsdatei herunterladen. Benennen Sie diese um in .emacs und verschieben sie in Ihr HOME-Verzeichnis.


Listing 1: Inhalt der Datei . emacs
(server-start) 
(add-hook 'LaTeX-mode-hook 'turn-on-reftex) 
(setq reftex-plug-into-AUCTeX t) 
(setq-default ispell-program-name "aspell")

AUCTEX + RefTEX Die Integration von AUCTeX mit RefTeX muß noch separat aktiviert werden. Dazu startet man Emacs und erzeugt in diesem die Konfigurationsdatei .emacs in seinem HOME-Verzeichnis (UNIX-Kurzname ~) mit C-x C-f ~/.emacs RET (Das Kürzel C-x steht für die Tastenkombination Strg-x, andere Buchstaben äquivalent. Übersetzt also: Strg-x, Strg-f, »~/.emacs« eintippen, Eingabe drücken. Die Zeichen »~/« bedeuten, daß die Datei im HOME-Verzeichnis abgelegt werden soll.). Dort fügen Sie folgende Zeilen hinzu:

(add-hook 'LaTeX-mode-hook 'turn-on-reftex) 
(setq reftex-plug-into-AUCTeX t)

Achten Sie darauf, in dem Ausdruck tatsächlich das gerade, einfache Hochkomma zu nehmen, nicht irgendwelche Akzente oder typografische einfache Anführungszeichen.

Dann die Datei speichern mit C-x C-s, Emacs beenden mit C-x C-c, und fertig ist die Installation. Wenn nun beim Öffnen einer .tex Datei in der Menüleiste die Einträge »Preview«, »LaTeX« und »Ref« erscheinen, hat die Installation geklappt.

Um die Voransichten schnell und platzsparend generieren zu können, ist die zusätzliche Grafikbibliothek LibPNG zu installieren. Dazu laden Sie die Archive »libpng« und »zlib« von LibPNG herunter. Aus dem Binary-Archiv mit einem Dateinamen ähnlich libpng_1.4.xx_win32.zip extrahieren Sie die zwei DLLs im Unterverzeichnis bin namens libpng14-14.dll und plazieren diese in Ihr Verzeichnis C:\Programme(x86)\emacs\bin. Genauso verfahren Sie auch mit dem Archiv zlib_1.2.xx_win32.zip und der darin im Unterverzeichnis bin enthaltenen DLL zlib1.dll, auch diese muß in das bin-Verzeichnis von Emacs.

Wenn Sie nun im PDF-Modus sind (C-c C-t C-p), können Sie nun Preview-LATEX mittels C-c C-p C-d aufrufen.

Aspell Das Programm Aspell übernimmt die Rechtschreibprüfung in Emacs. Laden Sie von GNU Aspell (Win32 version) sowohl das Programm (»Full Installer«) als auch das deutsche Wörterbuch (»aspell-de-0.50-2-3.exe«) herunter. Rufen Sie zuerst das Installationsprogramm können Sie alle Voreinstellungen getrost übernehmen.

Wie vorher schon müssen Sie das Programm selbst zum Suchpfad hinzufügen. Also wieder einmal in Start → Systemsteuerung → System und Sicherheit → System Erweiterte Systemeinstellungen → Erweitert → Umgebungsvariablen der Variable PATH das jeweilige Verzeichnis, z. B. C:\ProgramFiles(x86)\Aspell\bin\; durch Semikolon abgetrennt hinzufügen.

Zu Ihrer .emacs-Konfigurationsdatei fügen Sie nun folgende Zeile hinzu, um Emacs klar zu machen, dass er für die Rechtschreibprüfung Aspell nutzen soll:

(setq-default ispell-program-name "aspell")

3.5 Dateitypen einrichten

Zur weiteren Vereinfachung erstellen Sie einen neuen Dateityp. Dazu fügen Sie zunächst der Konfigurationsdatei .emacs am Anfang folgende Zeilen hinzu:

(server-start)

Dann laden Sie meine Emacs-TEX-Registry-Datei herunter und editieren diese – also nicht einfach doppelklicken, sondern Rechtsklick und Bearbeiten. Ersetzen Sie falls nötig in Zeile 6 mit @= beide Vorkommen des Verzeichnisnamens C:\\Programme(x86)\\emacs durch den Namen des Verzeichnisses, in dem Sie Emacs installiert haben. Achten Sie darauf, dass die tatsächlich immer zwei umgekehrte Schrägstriche \\ als Pfadtrenner verwenden. Speichern Sie die Datei und rufen sie dann per Doppelklick auf. Windows wird Sie fragen, ob die Informationen der Registry hinzugefügt werden sollen. Bestätigen Sie dies.


Listing 2: Inhalt der Datei texfile. reg
Windows Registry Editor Version 5.00 
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\texfile] 
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\texfile\Shell] 
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\texfile\Shell\Open] 
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\texfile\Shell\Open\Command] 
@="C:\\Program Files (x86)\\emacs-23.3\\bin\\emacsclientw.exe -n -a \"C:\\Program Files (x86)\\emacs-23.3\\bin\\runemacs.exe\" %1 %*" 
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\.tex] 
@="texfile" 
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\.bib] 
@="texfile" 
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\.lco] 
@="texfile" 
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\.sty] 
@="texfile" 
[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\.cls] 
@="texfile"

Sie können dieses Prozedere für weitere Dateitypen durchführen, wie etwa .bib, .sty, .cls und .lco. Ab dann führt ein Doppelklick auf eine .tex-Datei zum Aufruf von Emacs, weitere Dateien werden im selben Programmfenster geöffnet. Damit ist Emacs komplett installiert.

Sie haben nun ein System für das Erzeugen von druckfertigen Dokumenten im PDF oder Postscriptformat. Möchten Sie kein HTML erzeugen, dann sind Sie an dieser Stelle fertig.

3.6 Korrektur, wenn Sie Administrator sind

Nun starten Sie Emacs, am besten über das Startmenü. Wenn Ihr Windows-Benutzerkonto Administratorrechte hat, dann bekommen Sie eine Fehlermeldung über ein Rechteproblem des Verzeichnisses .emacs.d/server/.

error: The directory ‘~/.emacs.d/server' is unsafe

Dieses beheben Sie, indem Sie die Besitzereinstellungen ändern: Schließen Sie Emacs. Klicken Sie auf Start und tragen in das Suchfeld cmd ein. Dies öffnet eine Kommandozeile. Wechseln Sie in das Emacs-Verzeichnis unterhalb von HOME mittels

cd %HOME%\.emacs.d

Dort rufen Sie folgenden Befehl auf:

takeown /f server

Dieses brauchen Sie nur zu tun, wenn Sie Administratorrechte haben, und auch nur dann funktioniert der Befehl überhaupt.

3.7 TeX4ht und ImageMagick installieren

TeX4ht ist bei MiKTeX dabei, und wenn Sie die vollständige Installation wählen, auch bereits fertig zum Benutzen auf der Platte. Voraussetzung für TeX4ht ist zum einen Ghostscript, das bereits im vorigen Abschnitt installiert wurde, sowie ImageMagick, das Sie wie folgt einrichten:

Laden Sie die ImageMagick Windows Binaries von der ImageMagick-Website herunter und installieren diese. Am einfachsten alles bestätigen, was voreingestellt ist, dann wird das Konvertierungsprogramm automatisch in den Suchpfad eingetragen.

Wollen Sie den OpenOffice.org-Export von TeX4ht nutzen, muß ein Zip-Packer im System verfügbar sein. Ich verwende dafür Info-Zip, wobei ich nur die Datei zip.exe in ein Verzeichnis kopiere, welches ohnehin bereits im Suchpfad enthalten ist. Wird bei der ersten Benutzung von oolatex.bat festgestellt, daß die erzeugte OpenOffice.org-Datei fehlerhaft ist, kann dies in der Regel behoben werden, indem abermals die Datei C:\Programme(x86)\MikTeX2.9\texmf\tex4ht\base\win32\tex4ht.env editiert wird und die Marken <oo-alt> und </oo-alt> durch <oo> bzw. </oo> ersetzt werden und umgekehrt, womit eine alternative Bearbeitung aktiviert wird.

4 Und nun? Benutzung

Herzlichen Glückwunsch! Auch TeX4ht ist nun installiert und das TEX-System kann alle wichtigen Ausgaben erzeugen. Wenn Ihnen diese Anleitung geholfen hat, dann lesen Sie auch mein Buch »Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LATEX«.

Wie sieht es mit einem Export nach Word aus? Es gibt im Prinzip keinen Grund, LATEX nach Word zu exportieren, trotzdem existieren Programme, die LATEX nach Rich Text Format (.rtf) konvertieren, welches sich dann problemlos in Word öffnen läßt. Als besten Weg empfinde ich jedoch den Weg über HTML oder OpenOffice.org. Heißt: LATEX mittels TeX4ht nach HTML oder OpenOffice.org konvertieren, und dies dann in Word bzw. OpenOffice.org öffnen.

Viele Ausgaben können Sie im Editor anstoßen, dafür gibt es entsprechende Knöpfe und/oder Tastaturkommandos. Für die Benutzung der Emacs-Zusätze sei auf deren Dokumentationen verwiesen. Mag der Einstieg auch hart erscheinen, es lohnt sich wirklich.

Benutzung von TeX4ht TeX4ht ist ein flexibles Werkzeug, wenn es darum geht, LATEX nach HTML zu konvertieren, jedoch verliert man bei den vielen Optionen anfangs leicht den Überblick. Mit ein wenig Übung läßt sich jedoch auch hier alles erreichen, was man sich vorstellt.

Die TeX4ht-Dokumentation an sich ist nicht besonders üppig. Eine komplette Auflistung der Optionen, ausgegeben in die Logdatei, erhalten Sie, wenn Sie einen Aufruf

 htlatex.bat myfile.tex "html,2,info"

in der Kommandozeile auf einer beliebigen LATEX-Datei absetzen. Unbedingt htlatex.bat aufrufen, nicht einfach htlatex, da sonst ein MikTeX-Programm gestartet wird.

Da ich so klares XHTML und so kleine Dateien wie möglich erhalten möchte, verwende ich den meist den Aufruf

 htlatex.bat myfile.tex "xhtml,2,fn-in,NoFonts,fonts,graphics-,sections+,next"

für die Umwandlung. Das erzeugt XHTML, eigene Dateien für zwei Gliederungsebenen, keine speziellen Schriftenanweisungen, aber prinzipielle Formatierungen, nichtskalierte Grafiken und hilfreiche Hyperlinks. Wer eine originalgetreuere Wiedergabe der Schriften haben möchte, läßt die Option NoFonts weg, was natürlich zu ein wenig größeren Dateien führt. Für eine monolithische Datei wird statt der 2 eine 0 angegeben.

Grafikumwandlung Benutzen Sie für Zeichnungen vektororientierte Programmen wie CorelDraw, OpenOffice.org Draw, Visio oder ähnliche. Generell rate ich davon ab, Diagramme oder Grafiken als Bitmap zu erstellen, etwa mit Photoshop, GIMP und Konsorten. Fast alle Anwendungen wie Excel oder PowerPoint verarbeiten ihre Grafiken ebenfalls vektororientiert, und erzeugen deshalb mit Hilfe des Postscript Druckertreibers hervorragende Postscriptdateien. Diese Postscriptdateien wandeln Sie dann in EPS um [16]. MATLAB kann direkt PS/EPS erzeugen.

Die generierte Datei mit der Erweiterung .eps laden Sie in GSview, um zu sehen, ob die Bounding Box noch angepaßt werden muß. Um in GSview die Bounding Box anzeigen zu lassen, wählen Sie Menü Options → Show Bounding Box.

Sollte die Bounding Box nicht stimmen, so können Sie mit dem Befehl File → PS to EPS entweder automatisch oder manuell die Bounding Box festlegen und die Ausgabe in eine neue Datei speichern. Automatisch können Sie dabei wählen, wenn die komplette Grafik verwendet werden soll. Manuell legen Sie die Bounding Box nur dann fest, wenn unerwünschte Kopf- oder Fußzeilen abgeschnitten werden sollen.

Unbedingt beachten: Erstellen Sie Postscript oder DVI, müssen Bilder im (Encapsulated) Postscript-Format (EPS) vorliegen, wohingegen beim Verwenden von pdfLATEX hingegen nur Grafiken verarbeitet werden, die in PDF, JPEG oder PNG vorliegen. Zwar können Sie sowohl dem einen als auch dem anderen LATEX-Prozessor alle Bildtypen beibringen, müssen dazu aber spezielle Optionen verwenden, die dann vielleicht nicht portierbar auf andere Systeme sind. Soll also beides – DVI und PDF – erzeugt werden, müssen die Bilder meist auch in zwei Formaten vorliegen.

Wollen Sie mittels pdfLATEX aus Ihren Dokumenten das PDF erzeugen, so müssen die EPS-Dateien also nach PDF umgewandelt werden. Dazu gibt es den Befehl epstopdf, der etwa so aussieht:

epstopdf file1.eps

Bitmapdateien wie JPEG oder PNG werden von pdfLATEX direkt gelesen. Nur für den normalen LATEX-Aufruf müssen sie mit bmeps nach EPS umgewandelt werden .

5 Wenn etwas nicht funktioniert

Sollte irgendetwas nicht funktionieren, oder sich offensichtlich seltsam verhalten, liegt das häufig an vergessenen Umgebungsvariablen. So sollten Sie zunächst überprüfen, ob alle von dieser Anleitung geforderten Umgebungsvariablen entsprechend gesetzt wurden. Fehlt eine, oder ihr Inhalt ist falsch, dann ist es möglich, daß eine danach durchgeführte Installation – vor allem von Preview-LATEX – fehlschlägt. Also nochmal. Außerdem eine beliebte Fehlerquelle sind Dateien am falschen Ort. Einfach nochmal nach Anleitung kontrollieren.

Werfen Sie gegebenenfalls einen Blick in die Installationsanweisung des jeweiligen Pakets. Denn natürlich kann auch meine Anleitung Fehler enthalten. Wenn eigentlich alles stimmen müßte, am besten unter Angabe der Versionsnummer bei mir nachfragen. Vielleicht habe ich eine Annahme getroffen, die nicht allgemeingültig ist, oder eine neue Version eines Pakets arbeitet anders.

6 Ausblick

Bei all den Möglichkeiten, die einem die Vielzahl der Pakete für LATEX bieten, gilt immer: Einfache Layouts und Strukturen wählen, insbesondere, wenn das Dokument auch in HTML publiziert werden soll. Mit Hilfe dieses Artikels jedoch sollte es jedem einigermaßen mit Windows vertrauten Benutzer möglich sein, relativ rasch mit dem Schreiben und Setzen von Texten beginnen zu können.

Wenn dieses Dokument dazu beiträgt, die Scheu vor der Einrichtung und Nutzung eines solchen Systems ein wenig zu lindern und somit die Hemmschwelle zum Einstieg in LATEX herabzusetzen vermag, dann hat es seinen Zweck erfüllt.

Literatur

[1]

AUCTeX Windows Package (Download). URL: http://ftp.gnu.org/pub/gnu/auctex/auctex-11.86-e23.3-msw.zip.

[2]

Pascal Brachet. Texmaker. URL: http://www.xm1math.net/texmaker/.

[3]

Ghostscript for Windows (Download). URL: http://downloads.ghostscript.com/public/gs905w32.exe.

[4]

GNU Emacs for Windows (Download). URL: ftp://ftp.gnu.org/gnu/emacs/windows/emacs-23.3-bin-i386.zip.

[5]

GSview. URL: http://pages.cs.wisc.edu/~ghost/gsview/.

[6]

GSview 4.9 Win32 (Download). URL: http://mirror.cs.wisc.edu/pub/mirrors/ghost/ghostgum/gsv49w32.exe.

[7]

Eitan Gurari. TeX4ht. URL: http://tug.org/tex4ht/.

[8]

ImageMagick Windows Binaries. URL: http://imagemagick.org/script/binary-releases.php#windows.

[9]

Info-Zip. URL: http://www.info-zip.org.

[10]

David Kastrup. »Revisiting WYSIWYG paradigms for authoring LaTeX«. In: TUGboat 23.1 (Nov. 2002), S. 57–64.

[11]

LibPNG. URL: http://www.gtk.org/download/win32.php.

[12]

Thorsten Maerz. GNU Aspell (Win32 version). URL: http://aspell.net/win32/.

[13]

Frank Neukam, Markus Kohm und Axel Kielhorn. Das KOMA-Script Paket. package documentation. Sep. 2002.

[14]

Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner. Fragen und Antworten (FAQ) über das Textsatzsystem TEX und DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TEX e.V. DANTE e.V. URL: http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/.

[15]

Christian Schenk. MikTeX Setup. URL: http://www.miktex.org/2.9/setup.

[16]

Joachim Schlosser. EPS Writer für Windows. URL: http://schlosser.info/epswriter.

[17]

Joachim Schlosser. Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX. 4. Aufl. mitp Verlag, 26. Mai 2011. ISBN: 978-3-8266-9102-7. URL: http://www.latexbuch.de.

1Dante: Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e. V.

2wie ich schon vor Jahren im Forum de.comp.text.tex bemerkte

3Was bekanntlich ein Unterschied zu kostenlos ist: »Free as free speech, not free beer.« Siehe dazu die Seiten der Free Software Foundation unter http://www.fsf.org.

4Geht übrigens schneller mittels des Tastaturkürzels Windowstaste+Unterbrechen.

Creative Commons Lizenzvertrag
LaTeX unter Windows 7 installieren – ein komplettes Setup von Joachim Schlosser steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Beruht auf einem Inhalt unter www.latexbuch.de.

95 Antworten auf LaTeX unter Windows 7 installieren – ein komplettes Setup

  1. Johannes sagt:

    Vielen Dank für die super Anleitung!

  2. Ellen Rudolf sagt:

    Hallo,

    ist dies wirklich die Anleitung für Windows 7? Dateipfade wie den folgenden gibt es nicht bei Windows 7:

    Start → Einstellungen → Drucker → Postscript File → Drucker → Druckeinstellungen → Erweitert → Optionen für Dokument → Postscript-Optionen

    Viele Grüße,
    Ellen Rudolf

  3. Salome sagt:

    Hallo, vielen Dank für die soweit ganz gute Anleitung für Windows 7. Ganz ohne Probleme hat es bei mir dennoch nicht geklappt, und vielleicht könntest Du mir weiterhelfen?
    Folgende Probleme haben sich mir gestellt:
    – Ich finde den MS Publisher Color Printer nicht. Unter Generics hat’s lediglich Drucker mit den Namen 35PPM xx … Was kann ich tun? Google konnte mir bis jetzt noch nicht helfen.
    – Bei folgendem Abschnitt verstehe ich schlicht nur Bahnhof.

    „AUCTEX + RefTEX Die Integration von AUCTEX mit REFTEX muß noch separat aktiviert werden. Dazu startet man EMACS und erzeugt in diesem die Konfigurationsdatei .emacs in seinem HOME-Verzeichnis (UNIX-Kurzname ~) mit C-x C-f ~/.emacs RET14. Dort fügen Sie folgende Zeilen hinzu:
    (add-hook ‘LaTeX-mode-hook ‘turn-on-reftex)
    (setq reftex-plug-into-AUCTeX t)
    Dann die Datei speichern mit C-x C-s, Emacs beenden mit C-x C-c, und fertig ist die Installation. Wenn nun beim Öffnen einer .tex Datei in der Menüleiste die Einträge »Preview«, »LaTeX« und »Ref« erscheinen, hat die Installation geklappt.“

    Ich kann zwar Emacs öffnen, aber ich habe keinen Schimmer wie ich in diesem eine Konfigurationsdatei erstelle. Und wie ich die dann in das Home Verzeichnis einfügen soll? Auch die weiteren Punkte in diesem Abschnitt verstehe ich einfach nicht, wohl weil ich keine Unix Erfahrung habe?
    Vielen Dank und frohes Fest!
    Salome

  4. Salome sagt:

    Ach ja, ich glaube ein ähnliches Problem ergibt sich bei der Erweiterung EMACSSERV. Es wäre echt toll, wenn Du mir helfen würdest.

    Grosses Danke! Ansonsten ist die Anleitung – soweit ich das bis jetzt sagen kann – top.

    Salome

  5. Salome sagt:

    kannst du mir ev. rasch eine Mail schicken, wenn du’s geupdatet hast? Ich muss sonst immer hier reinschauen. wäre super. Herzlich, Salome

  6. Pingback: Video-Tutorial zu Emacs und AUCTeX unter Windows 7 | TeX & Friends

  7. Melanie sagt:

    Hallo,

    herzlichen Dank für diese Anleitung!

    Weil ich sehr lange nach der Ursache des Problems gesucht habe, zwei Hinweise zur preview-latex:

    1) ghostscript 9.00 funktioniert bei mir nicht, preview erzeugt keine Vorschaugrafiken sondern eine postscript-Fehlermeldung (Anstelle der Bilder erscheinen “Einfahrt Verboten” Schilder)
    Mit ghostscript 8.54, wie hier in der Anleitung, klappt es problemlos

    2) sobald das Packet hyperref eingebunden wird, zeigt preview einige Vorschaubilder nicht mehr an. Das Problem ist bek

  8. Uwe Busenius sagt:

    Sehr gehrter Herr Dr. Schlosser,
    ich habe mir Ihr Buch einschließlich der zugehörigen CD gekauft, darauf steht
    “Leitfaden für Einsteiger” und “ohne Vorkenntnisse”. Ich weiß nicht, in welchen Kreisen Sie verkehren, aber anscheinend sind das alles Leute, die die Informatik schon mit der Muttermilch eingeflößt bekamen. Ich zumindest komme mit der Installationsanleitung überhaupt nicht klar.
    Ich habe die o.a. Homepage erstellt und bin nun mehrfach darauf hingewiesen worden, daß sie in anderen Betriebssystemen (ich arbeite mit Word und Windows 7) nicht lesbar sei und ich solle doch LaTeX verwenden. Schön wär´s, wenn es dazu eine so vorbereitete CD gäbe, daß man das Programm so wie andere Programme auch installieren kann. Ich als Rentner kann es mir nicht leisten, einen Informatiker für 100 Euro + MWSt pro Stunde einen halben Tag lang in meiner Wohnung zu beschäftigen, um dieses Programm installieren und mir die Grundfunktionen erklären zu lassen. Rückfragen in der hiesigen Uni Saarbrücken haben nur den Ratschlag erbracht, doch Kurse in Informatik zu besuchen, um es dann selbst installieren zu können. Auch das ist für mich keine Lösung. Ich möchte einfach nur meine Idee so veröffentlichen, daß sie von jedermann gelesen werden kann, egal ob er nun Microsoft, Apple, Linux, Mac oder sonstige Technik verwendet. Haben Sie nicht einen Tip, ob es solch eine Software zumindets als Grundprogramm irgendwo zu kaufen gibt? Sollte es so etwas am Markt nicht geben, werde ich wohl die Gleichungen von Hand schreiben und sie dann als Bilddateien einarbeiten müssen, eine etwas merkwürdige Methode im Zeitalter der Datenverarbeitung.

    Herzliche Grüße
    Uwe Bussenius

    • Joachim sagt:

      Lieber Herr Busenius,

      das tut mir leid für Sie, dass Sie mit der Installation nicht zu recht kommen.
      Die CD-die bei der dritten Auflage dabei ist, enthält eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die ich für Einsteiger sehr hilfreich fand.
      Wenn Sie mir schreiben, an welcher Stelle Sie mit der Installation nicht weiterkommen, helfe ich gerne und verbessere auch diese Anleitung hier.

      Das “Leitfaden für Einsteiger” und “ohne Vorkenntnisse” bezieht sich in der Tat auf die LaTeX-Kenntnisse, nicht auf die PC-Kenntnisse.

      Wiegesagt, bitte schreiben Sie mir – gerne auch per Mail – wo Sie Probleme haben, denn nur so kann diese Anleitung besser werden.

      Danke sehr!

  9. Phil sagt:

    Hallo Joachim =)

    Ich studiere momentan Informatik und da wäre eine Latex-Umgebung nicht unbedingt das falsche =)

    Doch ich versuche schon seit Tagen, eine Latex-Umgebung herzustellen, mit der ich die Beamer-Klasse von Till Tantau, Joseph Wright und Vedran Mileti.
    Dabei bin ich auf Lyx gestoßen, da lief alles, jedoch nicht die Beamer-Klasse.

    Nun bin ich auf ihre gute Anleitung gestoßen, doch es gibt bei der Durchführung Probleme.
    Denn ich komme nur bis zum Punkt 3.3. Texmaker einrichten.
    Laut der Anleitung sollte Texmaker beim ersten Start eine Autokonfiguration mit Miktex machen. Nur tut das Programm bei mir nicht :/
    Habe es mehrmals deinstalliert und installiert, auf unterschiedlichen Pfaden, ich war sogar auf der Suche nach den *.ini-Dateien, um nach zuschauen, warum die Konfiguration nicht funkioniert.
    Vielleicht könnten sie mir helfen dem Problem auf der Spur zu gehen?

    Meine Vorausetzungen:
    OS: Win 7 x64
    Miktex: 2.9
    Texmaker: 2.2.2 (hatte auch 2.2.1 probiert, das gleiche Problem, vermutlich weil es auf die gleiche texmaker.ini zugreift, die nicht bei der Deinstallation gelöscht wird?)

    Was wurde von mir falsch gemacht?

    MfG

  10. augenkrebs sagt:

    alter, wer soll denn das hier lesen? schwarzer text auf nem bild, das nicht mitscrollt. wieso mahct man sich die mühe, so nen großen text zu verfassen, wenn er absolut unlesbar dargestellt wird?

  11. Pingback: LaTeX/TeX unter Windows 7 – mein komplettes Setup | Dr. Joachim Schlosser

  12. Pingback: Seltsame Umlaute in LaTeX: Zeichenkodierung prüfen | | Dr. Joachim SchlosserDr. Joachim Schlosser

  13. Jokke sagt:

    Hallo!

    Sehr schöne Anleitung! Vielen Dank. Ich habe nur ein kleines Problem: AUCTeX vervollständigt keine packages. Wenn ich eingebe C – c C – m usep TAB RET und im Minibuffer “package:” steht, findet AUCTeX mit TAB nur “preview”.. Unter Linux hat AUCTeX immer auch die packages vervollständigt. Kann man das irgendwie hinbekommen?

    • Joachim sagt:

      Gute Frage. Ich teste dieser Tage ohnehin mal eine neue Version der Anleitung, da schau ich dann auch, ob ich dieses Fehlverhalten reproduzieren kann. Sollte im Normalfall nämlich von Haus aus funktionieren.

      • Jokke sagt:

        Das wäre nett! Falls es hilft, ich benutze Win7 x64 und jeweils die neusten Versionen von dir genannten Programme. Preview-LaTeX funktioniert auch nicht korrekt. Liegt wohl aber daran, dass ich die 64bit Version von GS runtergeladen habe. Auch das umbenennen von gswin64c in gswin32c hat nicht viel gebracht. Ich versuche mal einfach die Versionen runterzuladen, die hier genannt sind.

      • Jokke sagt:

        Hmm.. Jetzt habe ich nochmal alles deinstalliert und jeweils die von dir genannten Versionen installiert (auch 32bit GhostScript), habe aber immer noch das selbe Problem: Pakete werden nicht vervollständigt und Previewlatex funktioniert nicht. Bei PreviewLatex bekomme ich folgenden Fehler:
        Error: /invalidfileaccess in –file–
        Operand stack:
        –nostringval– (_region_.prv/tmp4952CTX/preview.ps) (r)
        Execution stack:
        %interp_exit .runexec2 –nostringval– –nostringval– –nostringval– 2 %stopped_push –nostringval– –nostringval– %loop_continue –nostringval– –nostringval– false 1 %stopped_push .runexec2 –nostringval– –nostringval– –nostringval– 2 %stopped_push –nostringval–
        Dictionary stack:
        –dict:1164/1684(ro)(G)– –dict:0/20(G)– –dict:79/200(L)–
        Current allocation mode is local
        Last OS error: No such file or directory
        Current file position is 441
        GS
        Ich habe mir gedacht das /invalidfileaccess in –file– darauf hinweisen würde, das GhostScript nicht die nötigen Zugriffsrechte auf seine temp-Ordner hat, also habe ich versucht emacs als Administrator auszuführen, bekomme aber immernoch die gleiche Fehlermeldung..

        • Joachim sagt:

          Ja, Du hast Recht. Die neuen Versionen von Ghostscript >9.0 vertragen sich nicht mit der noch aktuellen Version von AucTeX 11.86. Deswegen Zitat aus der seit eben aktualisierten Anleitung von oben: “Achten Sie darauf, die Version gs871w32.exe zu nehmen, da die neueren noch nicht zu AUCTeX passen.”

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  16. Pingback: Ispell für Windows und Emacs - Dr. Joachim Schlosser

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  18. Pingback: PDF Writer für Windows - Dr. Joachim Schlosser

  19. Anna sagt:

    Hallo Joachim,
    ich habe versucht nach deiner Anleitung, LaTeX auf meinem Windows 7 Rechner zu installieren und komme bis Punkt 3.5, dann bekomme nach der Eingabe von ftype Emacs.Document=…..
    folgende Meldung: Dateityp “Emacs.Document” nicht gefunden, oder diesem Dateityp wurde kein Öffnen-Befehl zugeordnet.
    Kannst du mir sagen, was ich da falsch gemacht habe bzw. wo ich nochmal gucken sollte? Bin absoluter LaTeX-Neuling…
    Vielen Dank schonmal!

    • Joachim sagt:

      Es liegt wahrscheinlich an fehlenden Administratorrechten. Ich prüfe derzeit und aktualisiere dann die Anleitung. Danke fürs melden!

    • Zhang sagt:

      das gleiche Problem wie Anna habe ich auch, bitte helfen! Danke.

    • c sagt:

      Ich hatte auch Probleme mit den Dateitypzuweisungen. Ich habe mir die Befehle alle in ein Textdokument kopiert und von da aus alle zusammen in die Konsole kopiert. Die Zeilen werden dann direkt ausgeführt. Nur die jeweils letzte Zeile muss noch mit Enter bestätigt werden. Meine Befehlsliste sieht so aus:
      ftype Emacs.Document=”C:\Program Files (x86)\emacs\bin\emacsclientw.exe” -n -a “C:\Program Files (x86)\emacs\bin\runemacs.exe” “%1″
      assoc .tex=Emacs.Document
      assoc .ltx=Emacs.Document
      assoc .sty=Emacs.Document
      assoc .cls=Emacs.Document
      assoc .lco=Emacs.Document
      assoc .bib=Emacs.Document

      Ich habe hier emacsclientw.exe statt emacsclient.exe genommen, da die Dateien so ein emacs-Symbol bekommen und kein hässliches “Kein Bild” Symbol.

      Was nun aber scheinbar ganz wichtig ist!:
      Wenn ihr einen der Befehle da oben kopiert und ausführt, achtet darauf, dass auch am Ende kein Leerzeichen steht. Bei meiner Kopie aus der Anleitung war das der Fall. Wenn ihr also “assoc .tex=Emacs.Document ” (Leerzeichen am Ende) statt “assoc .tex=Emacs.Document” ausführt, klappt es nicht!

      • Joachim sagt:

        Danke sehr! Eventuell biete ich das als Batch-Datei an – muss nur sehen, wie wir das funktionierend für alle Pfade bekommen.

        • c sagt:

          Wenn man die Batch-Datei im emacs-Verzeichnis ausführt, kann man den Pfad von z.B. C:\Programme\emacs\bin… auf %CD%\bin… ändern. %CD% ist das aktuelle Verzeichnis.
          Ich habe das mal getestet. Allerdings geht dabei irgendwie das “%1″ am Ende des ersten Befehls verloren. In der Shell kommt dafür nur ein “” an.

  20. Anna sagt:

    Ach ja, und beim Öffnen einer .tex Datei erscheinen bei mir zwar in der Menüleiste die Einträge »Preview«, »LaTeX« und »Ref«, aber ich bekomme ebenso eine Warnung wie folgt:

    Warning (initialization): An error occurred while loading `d:/LATEX_HOME/.emacs’:
    Symbol’s function definition is void: server
    To ensure normal operation, you should investigate and remove the
    cause of the error in your initialization file. Start Emacs with
    the `–debug-init’ option to view a complete error backtrace.

    Leider weiß ich mit dieser Information auch nichts anzufangen und würde mich auch hier wahnsinnig über Hilfe freuen!
    Vielen Dank!

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